Inhalt 10 Abschnitte

Die meisten kaufen ihren Adventskalender fertig. In einer Online-Umfrage von YouGov, über die der Evangelische Pressedienst berichtete, planten 2025 mehr als die Hälfte der Deutschen, einen fertigen Kalender zu kaufen. Acht Prozent wollten selbst einen basteln.
Selbst befüllen lohnt sich trotzdem. Du entscheidest über jedes Türchen und kannst den Kalender genau auf eine Person zuschneiden. Wer selbst bastelt und bestückt, kann möglicherweise sparen und weiß, was drin ist, heißt es in dem Bericht. Hier liest du, wie du planst, was in die Türchen passt und worauf du bei Lebensmitteln und bei Kindern achtest.
Die Termine 2026
Der Kalender beginnt am 1. Dezember, der 2026 auf einen Dienstag fällt. Der erste Advent ist schon am 29. November, der vierte am 20. Dezember. Nikolaus am 6. Dezember fällt 2026 auf den zweiten Adventssonntag. Wenn du an diesem Tag etwas Größeres verstecken willst, plane es von Anfang an mit ein.
Bis Anfang November.
Budget festlegen, die Art des Kalenders wählen und 24 Ideen auf eine Liste schreiben.
Bis Mitte November.
Einkaufen und bestellen, personalisierte Dinge und Bestellungen mit langer Lieferzeit zuerst.
Bis zum 28. November.
Verpacken, nummerieren und aufhängen. Wer nur vier Päckchen für die Adventssonntage packt, braucht das erste schon am 29. November.
Bei einer Fernbeziehung.
Den Versand einrechnen und den Kalender so abschicken, dass er vor dem 1. Dezember ankommt.
Die richtige Mischung für 24 Türchen
24 gleich große Überraschungen werden schnell eintönig, und 24 gekaufte Geschenke summieren sich schnell. Besser funktioniert eine Mischung aus vier Arten von Türchen.
Zum Verbrauchen
Tee, Kaffee, eine besondere Schokolade, Gewürze oder eine Kerze. Solche Kleinigkeiten füllen viele Türchen und stehen danach nicht herum.
Gutscheine
Selbst geschriebene Zettel für gemeinsame Zeit, etwa ein Frühstück im Bett, ein Filmabend nach Wahl oder ein Spaziergang zu einem Ort, der euch etwas bedeutet.
Kleine Dinge
Etwas, das die Person ohnehin braucht, in einer schöneren Ausführung als sonst, zum Beispiel warme Socken, ein guter Stift oder ein Schlüsselanhänger.
Höhepunkte
An den Adventssonntagen, an Nikolaus und am 24. Dezember darf es etwas Größeres sein. 2026 sind das vier Türchen, nämlich der 6., 13., 20. und 24. Dezember. Der erste Advent liegt vor dem ersten Türchen.
Als Richtwert kann etwa die Hälfte der übrigen Türchen etwas zum Verbrauchen enthalten, ein Viertel Gutscheine und ein Viertel kleine Dinge.
Budget pro Türchen
Rechne aus, was ein Türchen im Schnitt kosten darf, bevor du einkaufst. 2026 sind vier Türchen für Höhepunkte gedacht. Von den übrigen 20 sind nach der Mischung oben etwa fünf Gutscheine, die nichts kosten, und 15 gekaufte Kleinigkeiten.
| Gesamtbudget | Im Schnitt pro Türchen | Mögliche Aufteilung |
|---|---|---|
| 25 € | rund 1 € | 15 Türchen mit je etwa 1 €, vier Höhepunkte mit je etwa 2,50 € |
| 50 € | rund 2 € | 15 Türchen mit je etwa 2 €, vier Höhepunkte mit je etwa 5 € |
| 100 € | rund 4 € | 15 Türchen mit je etwa 4 €, vier Höhepunkte mit je etwa 10 € |
| 150 € | rund 6 € | 15 Türchen mit je etwa 6 €, vier Höhepunkte mit je etwa 15 € |
Mit mehr Gutscheinen sinkt der Betrag, den du ausgeben musst. Rechne auch das Material für den Kalender selbst ein, falls du Tüten, Säckchen oder Schachteln neu kaufst.
Ideen für Partnerin oder Partner

Im Kalender für die Partnerin oder den Partner zählt der persönliche Bezug mehr als der Preis.
- Gutscheine. Frühstück im Bett, eine Massage, ein Abend ohne Abwasch, das nächste Restaurant aussuchen.
- Erinnerungen. Ein ausgedrucktes Foto von einem gemeinsamen Ausflug, eine Postkarte von einem Ort, an dem ihr wart, ein Zettel mit einem Grund, warum du diesen Menschen liebst.
- Zum Teilen. Eine Schokoladensorte, die ihr zusammen probiert, ein Tee für einen Abend zu zweit, eine Kerze.
- Ein Rätsel über 24 Tage. Jeden Tag ein Puzzleteil oder ein Hinweis, und am 24. Dezember ergibt sich daraus das eigentliche Geschenk.
Für das Türchen am 24. Dezember darf es auch hier etwas Größeres sein. Ideen dafür findest du in unseren Ratgebern für Freund und Freundin.
Ideen für Freunde, Eltern und Geschwister
Für Erwachsene eignet sich ein Kalender mit einem Thema. Das erleichtert das Einkaufen und gibt den 24 Türchen einen Zusammenhang.
Tee oder Kaffee
24 Sorten in kleinen Mengen, aus dem Fachgeschäft oder selbst abgefüllt. Schreib die Sorte und die Zubereitung auf jedes Päckchen.
Gewürze und Feinkost
Kleine Gläser mit Gewürzen, Salz, Senf oder Honig, dazu ein paar Rezeptkarten.
Zum Lesen
24 Gedichte, Kurzgeschichten oder Zitate, jeden Tag eines, auf festem Papier.
Für ein Projekt
Jeden Tag ein Material oder Werkzeug für ein kleines Projekt, das am 24. Dezember fertig wird, etwa ein Bild zum Malen oder ein Strickschal.
Pflege
Handcreme, Badesalz oder Lippenpflege. Nimm nur Produkte, die die Person kennt und verträgt.
Ideen für Kinder

Bei Kindern darf der Inhalt klein sein, und nicht jedes Türchen braucht Süßes. Die folgenden Ideen sind für Kinder ab drei Jahren gedacht.
- Zum Malen und Basteln. Sticker, Wachsmalstifte, Knete oder ein kleines Malbuch.
- Zeit zusammen. Zettel für gemeinsame Erlebnisse, etwa Plätzchen backen, Schlitten fahren oder den Weihnachtsfilm aussuchen.
- Eine Geschichte. Ein Buch mit 24 kurzen Kapiteln, eines für jeden Abend.
- Süßes. Ein Stück Schokolade an jedem zweiten oder dritten Tag.
Kinder unter drei Jahren
Für Kinder unter drei Jahren gehört nichts in den Kalender, was sich verschlucken lässt. Spielzeug für diese Altersgruppe darf keine ablösbaren Kleinteile enthalten. Als Kleinteil gilt nach Angaben des Verbraucherportals Bayern alles, was in einen Prüfzylinder mit 31,7 Millimetern Durchmesser passt.
Quelle 3Spielzeug, das nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet ist, muss einen Warnhinweis tragen, erklärt die Landesdirektion Sachsen. Er steht entweder als Text auf der Verpackung, etwa "Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet" oder "Nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet", oder als Symbol. Das Symbol ist ein durchgestrichener Kreis mit einem Kindergesicht und der Angabe 0–3.
Auch Nüsse und Nussstücke gehören nicht in den Kalender kleiner Kinder. Für Kleinkinder ist das Risiko, Nüsse oder Nussteile in die Atemwege zu bekommen, deutlich höher als bei Kleinteilen von Spielzeug, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung, kurz BfR.
Vorsicht bei Kleinigkeiten mit Licht oder Ton, etwa blinkenden Ansteckern. In der Weihnachtszeit sind viele Geräte mit Knopfzellen im Haus, schreibt das BfR und rät, Knopfzellen außer Reichweite kleiner Kinder aufzubewahren. Spielzeug mit Knopfzellen muss ein gesichertes Batteriefach haben, zum Beispiel eines mit Schraube. Auch bei Lichterketten, Grußkarten mit Musik oder Fernbedienungen solltest du laut BfR darauf achten, dass Kinder nicht an die Knopfzelle kommen. Lass bei kleinen Kindern deshalb alles mit Knopfzelle weg, dessen Batteriefach nicht verschraubt ist. Bleibt eine verschluckte Knopfzelle in der Speiseröhre stecken, kann sie laut BfR schon nach zwei Stunden schwere Verätzungen verursachen. Schon beim Verdacht, dass ein Kind eine Knopfzelle verschluckt hat, ruf sofort den Rettungsdienst unter 112.
Kleine, starke Magnete sind ebenfalls riskant. Verschluckt ein Kind mehrere Magnete oder einen Magneten und ein Metallteil, können sie sich im Darm gegenseitig anziehen und ihn verletzen, warnt das Verbraucherportal Bayern.
Lebt ein Kleinkind im selben Haushalt, gilt all das auch für den Kalender eines älteren Geschwisterkinds.
Schokolade und Lebensmittel richtig lagern
Ein Kalender hängt oft wochenlang im warmen Wohnzimmer. Schokolade lagerst du am besten bei 12 bis 18 Grad, dunkel und trocken, schreibt die Initiative "Zu gut für die Tonne!" des Bundesernährungsministeriums. Wird sie zu warm, treten Fette an die Oberfläche und bilden einen grauweißen Belag, den Fettreif. Im Kühlschrank kann durch die Feuchtigkeit ein weißer Film aus Zucker entstehen, der Zuckerreif. Beides sieht unschön aus, ist aber gesundheitlich unbedenklich.
Häng den Kalender deshalb nicht über die Heizung. Bewahre die Schokolade für die späteren Türchen an einem kühlen, trockenen Ort auf, aber nicht im Kühlschrank, und füll sie nach und nach ein, zum Beispiel einmal pro Woche.
Achte beim Einkauf auf das Mindesthaltbarkeitsdatum, vor allem bei Lebensmitteln für die letzten Türchen. Bis zu diesem Datum garantiert der Hersteller, dass ein ungeöffnetes Lebensmittel bei richtiger Lagerung Geschmack und Geruch behält, erklärt die Verbraucherzentrale. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist aber kein Wegwerfdatum, betont das Bundeszentrum für Ernährung. Was gekühlt werden muss, gehört nicht in einen Adventskalender.
In der Schokolade von Adventskalendern wurden mehrfach Rückstände von Mineralöl gefunden. 2012 traf das auf einige der Kalender zu, die Stiftung Warentest untersucht hatte. Das BfR bewertete die zusätzliche Belastung durch ein Stück pro Tag als sehr gering, nannte solche Stoffe in Lebensmitteln aber unerwünscht. 2018 fand ÖKO-TEST Rückstände in allen 20 geprüften Kalendern, bei manchen nur in Spuren, die das Magazin nicht beanstandete. In dreien waren auch die besonders bedenklichen aromatischen Mineralölbestandteile (MOAH), berichtete Utopia. Bei Kontrollen in Baden-Württemberg 2022 lag keine der zehn Proben aus Adventskalendern und anderer Weihnachtsschokolade über dem Orientierungswert, und MOAH waren in keiner bestimmbar, teilte das Verbraucherschutzministerium des Landes mit.
Verpacken und aufhängen
Drei Varianten gelingen ohne Bastelerfahrung.
- Tüten an einer Schnur. Papiertüten oder Stoffsäckchen mit Wäscheklammern an eine Schnur hängen und mit Anhängern nummerieren.
- Schachteln auf einem Tablett. 24 kleine Schachteln auf einem Tablett oder in einer Kiste. Das eignet sich für Kinder, die jeden Morgen eine öffnen.
- Ein Glas mit Röllchen. Für einen Kalender aus Gutscheinen reicht ein großes Glas mit 24 gerollten Zetteln.
Stoffsäckchen und Holzschachteln lassen sich jedes Jahr neu befüllen. Was nicht in ein Türchen passt, verpackst du einzeln und legst einen Zettel mit dem Versteck ins Türchen.
Wenig Zeit? Vier Päckchen statt 24

Wer im November wenig Zeit hat, packt nur vier Päckchen, eines für jeden Adventssonntag. 2026 sind das der 29. November sowie der 6., 13. und 20. Dezember, und das zweite Päckchen ist zugleich das Nikolausgeschenk.
Noch schneller geht ein Kalender aus 24 Zetteln, mit einem Gedicht, einer Erinnerung oder einem Gutschein für jeden Tag. Er kostet kaum etwas und ist an einem Abend fertig.
Woher der Adventskalender kommt
Welcher Adventskalender als erster gedruckt wurde, geben die Quellen unterschiedlich an. Das Deutsche Weihnachtsmuseum nennt laut Evangelischem Pressedienst einen Kalender, der 1900 für Carl Straub in München geschützt wurde. Das Stadtmuseum Ditzingen nennt die "Weihnachtsuhr für Kinder" einer Hamburger Buchhandlung von 1902.
Bekannt wurde der Adventskalender vor allem durch Gerhard Lang, später Teilhaber des Münchner Verlags Reichhold & Lang. Sein Kalender zum Ausschneiden von 1903 war laut Stadtmuseum Ditzingen der erste wirtschaftlich erfolgreiche Adventskalender. Auf Lang geht laut Weihnachtsmuseum auch der erste Adventskalender mit Schokolade aus dem Jahr 1926 zurück.
Quellen
- Fünf Fakten über Adventskalender (öffnet in neuem Tab)
- Die Leseordnung im Markus-Lesejahr (B) 2026/2027 (öffnet in neuem Tab)
- Tödliche Gefahr: Verschluckbare Teile an Spielzeug (öffnet in neuem Tab)
- Kinderspielzeug (öffnet in neuem Tab)
- Erstickungsgefahr von Kleinkindern durch Nüsse (öffnet in neuem Tab)
- Verschluckte Knopfzellen können bei Kleinkindern zu schweren Gesundheitsschäden führen (öffnet in neuem Tab)
- Knopfzellen: Schwere Gesundheitsschäden bei Kleinkindern durch Verschlucken möglich (öffnet in neuem Tab)
- Magnetspielzeug: Warum es für Kinder (lebens-)gefährlich sein kann (öffnet in neuem Tab)
- Schokolade (öffnet in neuem Tab)
- Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist nicht gleich Verbrauchsdatum (öffnet in neuem Tab)
- Haltbarkeit von Lebensmitteln (öffnet in neuem Tab)
- Mineralöle in Schokolade und anderen Lebensmitteln sind unerwünscht (öffnet in neuem Tab)
- Öko-Test Adventskalender: Fast alle mit Mineralöl belastet (öffnet in neuem Tab)
- Vorweihnachtliche Schwerpunktaktionen der Lebensmittelüberwachung (öffnet in neuem Tab)
- Adventskalender und deren Entwürfe aus dem Verlag Reichhold & Lang (öffnet in neuem Tab)


